Humboldt-Grundschule


Humboldt-Grundschule Mannheim

Stand: 25. Oktober 2007


1. Antrag zur Einrichtung

2. Schulstandortbezogene, pädagogische Begründung einer Ganztagesschule an der Humboldt Grundschule

2.1. Einzugsbereich (Struktur der Schülerschaft, Schülerzahlen)
2.2. Untersuchungsergebnisse
2.3. Bisherige Angebote und Kooperationen
2.4. Räumliche Grundlagen
2.5. Pädagogische Begründung

3. Grundelement des zukünftigen Konzeptes

3.1. Schule als Haus des Lernens (Leitziele)
3.2. Schulcurriculum
3.2.1. Sprachförderung
3.2.2. Soziales Lernen

3.2.3. Lernförderung
3.3. Inhaltliche Grundlagen des zukünftigen Konzeptes
3.4. Einsatzmöglichkeiten des pädagogischen Personals
3.5. Personalbedarf

4. Funktionsbereiche

4.1. Verpflegungsbereich

4.2. Bewegungs- und Spielbereich
4.3. Rückzugs- und Ruhebereich
4.4. Medien- und Selbstlernbereich
4.5. Gebundener Freizeitbereich und außerunterrichtliche Angebote
4.6. Raumprogramm

5. Raumnutzungsplan

6. Schlussbemerkungen 



1. Antrag zur Einrichtung

Antrag zur Einrichtung einer Ganztagesgrund-, Haupt- und Realschule 
Hier: Humboldt-Grundschule

Die Humboldtschule ist eine „Schule mit besonderen Herausforderungen“.

Mit der Einrichtung einer gebundenen Ganztagesschule will die Schule auf Herausforderungen im sozialen und pädagogischen Bereich antworten.

Der Beginn der Ganztagesschule soll zunächst mit den ersten Klassenstufen beginnen
( 1. Klasse Grundschule, 5. Klasse Hauptschule und Realschule).

In der Gesamtlehrerkonferenz und der Schulkonferenz am 27.07.2006 stimmten die Gremien der Einrichtung einer Ganztageschule einstimmig zu, falls die von der Schule geforderten Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden.





2. Schulstandortbezogene, pädagogische Begründung einer Ganztagesschule 
    an der Humboldt Grundschule



2.1. Einzugsbereich (Struktur der Schülerschaft, Schülerzahl)

Durch den Lebens- und Erfahrungsraum einer Ganztagesschule in Mannheim 
Neckarstadt-West werden gemeinsame soziale Erfahrungen geschaffen für Schüler unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft.

Situation an der Humboldt Grundschule

 Vierzügige Grundschule 
(mit ca. 400 SchülerInnen – mit HS + RS 1 100 SchülerInnen)

 Schüler aus über 27 verschiedenen Nationalitäten, davon haben 70% der SchülerInnen einen Migrationshintergrund

 Schüler aus dem größten Asylantenheim von Mannheim

 Großer Anteil an sozial benachteiligten Familien und alleinerziehenden Elternteilen

 Hohe Anzahl von sonderpädagogisch bedürftigen Kinder



2.2. Untersuchungsergebnisse

In Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Gesundheit und Bildung der Stadt Mannheim und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg werden die Schulanfänger seit Jahren mit einem genormten Screening untersucht. Hierbei werden die Bereiche Sprache, Motorik, Wahrnehmung und Sozialverhalten getestet. Dabei wurde festgestellt, dass ca. 60 % unserer Schulanfänger förderbedürftig sind. 

Die gleichen Ergebnisse zeigen sich auch in der intensiven Kooperation unserer Schule mit den Kindergärten und der Vorschule im Einzugsbereich. 

2.3. Bisherige Angebote und Kooperationen

Seit Jahren finden in der Grundschule Kooperationen statt:

- Hort und Kernzeit an der Schule
- Hausaufgabenhilfe durch den Stadtjugendring
- Musikprojekt mit der Musikschule
- Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum für Technik und Arbeit
- Sozialprojekt der Familien und Erziehungshilfe (AGFJ) / Jugendhilfe
- Projekttage mit dem Spielmobil
- Leseprojekt für die Klassen 3 und 4
- „Eltern lesen vor“ für die Klassen 1 und 2
- Klasse 2000 (ab Januar 2008)
- Angebote der Familienbildungsstätte und des Kinderschutzbundes
- Projekte zur Sprachförderung
- Projekte zur Gewaltprävention (verschiedene Träger)

2.4. Räumliche Grundlagen

In der Grundschule stehen zur Zeit folgende Räume zur Verfügung
- 10 Zimmer mit 50,40 bis 56,26 m
- 2 Zimmer mit 62 m2
- 4 Zimmer mit 71 m2 (Pavillon , sehr sanierungsbedürftig)
- Musikzimmer ( zur Zeit auch für Sprachförderung, Religion und AGFJ-Gruppe genutzt
- Computerraum im Keller
- Lehrerzimmer
- BK/TW-Materialraum 
- LRS-Raum 10m2
- Lehrmittelraum
- 2 Sporthallen im alten Gebäude (für große Ballspiele nicht geeignet)

2.5. Pädagogische Begründung

Der hohe Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund und der vergleichsweise hohe Anteil der Kinder aus sozial schwachen Familien bringen zahlreiche Problemfelder und einen erhöhten Förderbedarf mit in die Schule. Dieser zeigt sich sowohl im Bereich des Lernens als auch im sozialen und kulturellen Bereich. 
Mit dem Betrieb einer Ganztagesschule in der Humboldt-Grundschule wird deshalb 
eine pädagogisch intensive Schule angestrebt. Es geht in keinem Fall um eine zeitliche Erweiterung der Unterrichtszeit oder nur um die Einrichtung einer nachmittäglichen Betreuung. Da in der Ganztagesschule die tägliche Verweildauer der Kinder in der Schule höher ist als in der Halbtagesschule, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Förderung der fachlichen, sozialen, personalen und methodischen Kompetenzen. Insbesondere der Bereich des sozialen Lernens erweitert sich erheblich außerhalb der Lernzeiten und umfasst andere und zusätzliche Lernfelder gegenüber der Halbtagesschule. Die Beschränkung der Klassenstärke auf 20 Schüler begünstigt auch innerhalb der Lernzeiten das Einüben sozialer Fähigkeiten. 

Vor dem Hintergrund der Problematik einer „Schule mit besonderen Herausforderungen“ ist eine gebundene Ganztagesschule eine angemessene und notwendige Schulform. 
Wir erhoffen uns dadurch:

• verbesserte Unterrichtsbedingungen
• eine individuellere Förderung aller Kinder
• eine intensive Sprach- und Integrationsförderung für Kinder mit Migrationshintergrund, um die unterschiedlichen Bildungschancen auszugleichen
• zunehmend sozialpädagogische Maßnahmen
• eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls unserer Schüler
• eine erfolgreiche Integration aller Kinder in unsere Gesellschaft



3. Grundelement des zukünftigen Konzeptes

Die unter 3.1. und 3.2. aufgeführten Punkte des bisherigen Konzepts der Grundschule sollen in der Ganztagesschule weitergeführt und weiter entwickelt werden.

3.1. Schule als Haus des Lernens (Leitziele)

- ist ein Ort, an dem alle willkommen sind
- ist ein Ort, wo konzentriert und intensiv gearbeitet wird
- ist ein Ort, dessen Räume einladen zum Verweilen
- ist ein Ort, an dem Zeit gegeben wird zum Wachsen
- ist ein Ort, an dem Umwege und Fehler erlaubt sind
- ist ein Ort, an dem die persönliche Eigenart in der Gestaltung von Schule ihren Platz findet

Im Haus des Lernens sind alle Lernende.

3.2. Schulcurriculum (Stand 01.08.2006)


3.2.1 Sprachförderung

- „Rucksackprojekt“ 
- „Heinrich-Vetter-Stiftung“ 
- „Mama lernt Deutsch“
- Runder Tisch Sprachförderung
- Zusammenarbeit mit der Musikschule
- Vorbereitungsklasse

3.2.2 Soziales Lernen

- Gewaltprävention: „Stopp-Hand“ Kinder gehen gewaltfrei mit Konflikten um
- Gewaltprävention „Jedermann“ Stadt Mannheim
- „Sport statt Gewalt“ mit Polizei Mannheim
- „Wo-De“ Gewaltprävention
- „Starke Eltern – starke Kinder“ mit Kinderschutzbund Mannheim
- AGFJ 
- „Big Brother – Big Sisters“

3.2.3 Lernförderung

- Lese-Recht-Schreibkurse
- „Leseschule“
- Bücherei (Schülerbücherei und Kahnweiler-Stadtbücherei)
- Hausaufgabenhilfe-International durch Stadtjugendring
- „Eltern lesen vor“ für Klasse 1 und 2
- Leseprojekt für Klasse 3 und 4
- Lesewettbewerbe



3.3. Inhaltliche Grundlagen des zukünftigen Konzeptes

Zur pädagogischen Konzeption gehören neue Zeitpläne, die den Unterricht sowie den ganzen Schultag rhythmisieren und so besser an eine kindgerechte Zeitstruktur anpassen. Die Schule entwickelt einen anderen Umgang mit Zeit. Unterricht und Pausen, Hausaufgabenzeiten, Betreuungsphasen und frei gestaltete Phasen wechseln in einem sinnvollen Rhythmus miteinander ab. Ebenso findet ein stetiger Wechsel von angeleitetem und freiem Lernen, von Unterricht bei einer Lehrkraft oder im Team und von klassenbezogenen und jahrgangsübergreifenden Phasen statt. Ein offener Anfang am Montag ermöglicht soziale Interaktion und selbstbestimmtes Arbeiten vor Beginn der Unterrichtszeit. So wird eine intensive Nutzung der verlängerten Lernzeit sichergestellt. 

Kinder, die eine Ganztagesschule besuchen haben Zeit für:
o Kommunikation mit anderen Kindern und Erwachsenen
o Ruhe mit sich selbst
o Beschäftigung mit ihren eigenen Interessen
o die intensive Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Talente
o das Übernehmen von Verantwortung
o das Lernen in ihrem eigenen Tempo

o Der Schulbetrieb beginnt um 8.00 Uhr und endet um 16.00 Uhr. Freitags endet der Schultag bereits um 13.10 Uhr. Es besteht die Möglichkeit, eine Betreuung ab 7.00 Uhr bis Unterrichtsbeginn, sowie eine Nachmittagsbetreuung bis 17.00 Uhr (bisher Hort) zu buchen. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.

o Unsere Ganztagsgrundschule beginnt montags mit dem offenen Anfang. Jedes Kind kommt im vorgegebenen Zeitrahmen von 45 Minuten vor Beginn der Unterrichtszeit in Ruhe an und wählt eigenverantwortlich seine Tätigkeiten, Spiel- oder Gesprächspartner. Die Lehrerinnen und Lehrer haben Zeit zu beobachten, Kontakte mit Kindern aufzunehmen und sich einzelnen Problemen zuzuwenden. Auch Differenzierungs- oder Fördermaßnahmen für einzelne Kinder haben hier ihren Platz.

o Im Anschluss daran beginnt der Morgenkreis oder Erzählkreis in der Klasse. Hier können alle Arten von Erlebnissen, Sorgen und Nöten oder Situationen, die ein Kind beschäftigen, den anderen mitgeteilt werden. 

o Die Schulwoche endet am Freitag in jeder Klasse mit dem Abschlusskreis, in dem die vergangene Woche gemeinsam reflektiert wird, aufgetretene Probleme nochmals besprochen werden und Vereinbarungen für die kommende Schulwoche getroffen werden können.

o Innerhalb der Lernzeiten legen LehrerInnen und Kinder gemeinsam fest, wann und mit welchen Rahmenbedingungen die Frühstückspause im Klassenzimmer sowie kleinere Bewegungspausen stattfinden. Zwischen den Lernzeiten am Vormittag finden zwei 20-minütige Bewegungspausen auf dem Schulhof statt. 

o In der Mittagspause gehen die Kinder im Klassenverband mit festen Bezugspersonen zum Mittagessen. An diesem gemeinsamen Essen sind auch die LehrerInnen regelmäßig beteiligt, wodurch die Einbindung des Essens in das Gesamtkonzept stark gefördert wird. Durch einen festen äußeren Rahmen (feste Essenszeiten und Tischzuordnung), feste Verhaltensregeln und feste Gruppen entsteht eine gemeinsame Esskultur, die im sozialen und erzieherischen Bereich die sonstige Arbeit der LehrerInnen und ErzieherInnen positiv unterstützt. 

o Im Rahmen der einstündigen Mittagspause bieten die pädagogischen Fachkräfte und/oder LehrerInnen vor oder nach dem Mittagstisch Gruppenangebote an, wie selbständiges Üben, Entspannung, Vorlesen, freies Spiel, Bewegung und Schulhofspiele, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. 

o Der Nachmittagsbereich im Anschluss an die Mittagspause ist unterteilt in eine Übungszeit, eine weitere Lernzeit oder ein AG-Angebot bzw. Differenzierung.

o Im Anschluss an die Mittagspause erledigen die Kinder in der Übungszeit selbständig oder mit Hilfe ihre Aufgaben. Diese können individuell zugeordnet oder für alle gleich sein. Dadurch kann zum einen selbständiges Arbeiten und Lernen gefördert und zum anderen individuelle und differenzierte Betreuung gewährleistet werden. Die Übungszeit hat ihren festen Platz in der Zeitstruktur des Tages und soll die klassischen Hausaufgaben weitgehend ersetzen. In dieser Phase können die Kinder auch an selbstgewählten Inhalten weiter üben. Ziel ist es, die Kinder zur selbständigen und eigenverantwortlichen Erledigung der Übungen hinzuführen und zu motivieren. Förderangebote für Kinder mit Lernschwierigkeiten können in Absprache mit den LehrerInnen in diese Zeit integriert werden. Die Übungszeit findet in den Klassenzimmern der Schule statt und wird von einer pädagogischen Fachkraft und/oder begleitet. Nach Möglichkeit soll eine pädagogische Fachkraft nicht mehr als 10 Kinder während der Übungszeit betreuen.

o Aufgrund der ständigen intensiven Zusammenarbeit und des Austausches innerhalb des Teams aus Lehrerkollegium und Betreuungspersonal können hier auftauchende Probleme, Fragestellungen oder Bedürfnisse direkt zurückgemeldet werden und im Unterricht als individuelle Lernhilfe umgesetzt werden.

In der Ganztagesschule soll die Förderung des einzelnen Kindes einen bedeutenden Stellenwert einnehmen.
Gefördert werden soll bei:
o Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
o Dyskalkulie
o Sonderpädagogischem Bedarf 
o Sozialpädagogischem Bedarf 
o Sprachschwierigkeiten 
o Sprachschwierigkeiten von Kindern mit Migrationshintergrund 
o fein- und grobmotorischen Schwierigkeiten (Unterstützung durch Ergotherapeut)

o Die Humboldtgrundschule arbeitet bereits in enger Kooperation mit der Hermann-Gutzmann-Sonderschule, der Hans-Zullinger-Sonderschule und der Wilhelm-Busch-Förderschule zusammen.

Weiterhin sollen aber auch die Begabungen und Stärken der Kinder durch vielfältige Angebote geweckt und vertieft werden. Dazu bieten die pädagogischen Fachkräfte sowie weitere externe Kooperationspartner der Schule nach Bedarf und Fachkenntnissen alleine oder zusammen mit LehrerInnen AG-Angebote aus den Bereichen:
Sport, Musik, Theater, Kunst, Literatur, Technik, Werken, Naturwissenschaft und Gesundheit an. 

An die bereits vorhandenen Beziehungen zwischen Schule und Musikschule, Landesmuseum für Technik und Arbeit, Verein und Theater kann angeknüpft werden.



Wochenplanmodell Klasse 2


Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
1. Stunde offener Anfang Lernzeit Lernzeit Lernzeit Lernzeit
2. Stunde Morgenkreis Lernzeit Lernzeit Lernzeit Lernzeit
PAUSE PAUSE PAUSE PAUSE PAUSE
3. Stunde Lernzeit Lernzeit AG/Diff. Lernzeit Lernzeit
4. Stunde Lernzeit Lernzeit AG/Diff. Lernzeit Lernzeit
PAUSE PAUSE PAUSE PAUSE PAUSE
5. Stunde Lernzeit Lernzeit Lernzeit Lernzeit Abschluss-kreis
MITTAGS-PAUSE MITTAGS-PAUSE MITTAGS-PAUSE MITTAGS-PAUSE MITTAGS-PAUSE
6. Stunde Übungszeit Übungszeit Übungszeit Übungszeit 
7. Stunde AG /Diff. AG/Diff. Lernzeit AG/Diff. 
8. Stunde AG/Diff. AG/Diff. Lernzeit AG/Diff. 

AG = Arbeitsgemeinschaft
Diff.= Differenzierung


3.4. Einsatzmöglichkeiten des pädagogischen Personals


3.4.1. Betreuung von Freizeitaktivitäten

- Spielen mit Kindern (Tischspiele, Bewegungsspiele, Rollenspiele, Tanz, Rhythmik)
- Organisation u. Durchführung von Neigungsgruppen/Arbeitsgemeinschaften
- Initiierung von Mitmachangeboten kreativer Art
- Gestaltung von Festen und Feiern (multikulturell)
- Förderung der vorhandenen Fähigkeiten (sozial, musisch, sportlich, kognitiv,
- Spracherweiterung)
- Bauen, Konstruieren, Darstellen und Gestalten mit den Kindern
- Begleitung der Kinder bei Besorgungen u. Spaziergängen
- Gestaltung von Sport-, Tanz- und Bewegungsspielen



3.4.2 Beratung und Kommunikation

- Zusammenarbeit mit außerschulischen Stützsystemen (Erziehungsberatung, Jugendhilfe, schulpsychologischer Dienst, sozialpädagogischer Dienst etc.)
- Schüler/innenbeobachtung im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereich (Hospitationen im Unterricht)
- Empfehlung und Durchführung individueller Fördermaßnahmen



3.4.3 Elternarbeit

Information und Verständigung mit den Eltern über:
- Entwicklungs- und Lernprozesse der Kinder
- pädagogisch/didaktische Planungen
- unterrichtliche und erzieherische Vorhaben und Einzelmaßnahmen
- Veranstaltungen der Schule
- Gestaltung von Elternabenden
- Hausbesuche
- Durchführung von Veranstaltungen zur Elternbildung (in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen)
- Hinweise auf Hilfsmöglichkeiten bei der Erziehung von entwicklungs- und/oder verhaltensgestörten Kindern
- Anleitung der Eltern bei der Mitwirkung in Spiel und Unterricht



3.4.4 Mitgestaltung von Lernsituationen

- Betreuung von Arbeitsgruppen
- Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung von Projekten
- Erschließung außerschulischer Lernorte
- Beschaffung von Unterrichtsmedien
- Organisation und Durchführung unterrichtsbegleitender Tätigkeiten
- Betreuung von Hausaufgaben
- Beteiligung an Fördermaßnahmen
- Mitwirkung bei der Ausarbeitung pädagogischer Konzeptionen
- Begleitung von Klassen an Wandertagen und Schulfahrten



3.4.5 Ganztagsschulspezifische Mitwirkungen

- Anleitung und Betreuung der Schüler/innen beim Essen (Ernährungserziehung, Esskultur, Verköstigungsablauf)
- Organisation und Betreuung von Pausenmahlzeiten
- Betreuung der Schüler/innen in Ruhezeiten
- Initiierung von Schulgestaltungsmaßnahmen
- Zur-Verfügung-Stehen für Gespräche und spontane Bedürfnisse der Kinder



3.4.6 Verwaltungsaufgaben

- Wahrnehmung notwendiger Verwaltungsarbeiten (Korrespondenz, Statistik, Führen von Listen etc.), soweit sie nicht in den Zuständigkeitsbereich der Schulleitung fallen
- Bedarfsmitteilung für Spiele, Geräte, Bücher, Verbrauchsmaterialien
- Beschaffung von Lehr-, Anschauungs- und Arbeitsmitteln



3.4.7 Sonstige Tätigkeitsbereiche

- Einzelbetreuung verhaltensauffälliger Kinder
- Mitwirkung bei Maßnahmen der Öffnung der Schule
- Organisation und Durchführung von Aufführungen und Ausstellungen
- Beaufsichtigung von Kindern bei Unterrichtsausfall (Notfälle)
- Begleitung von Klassen zum Schwimm- und Sportunterricht



3.4.8 Forschungs- und Entwicklungsaufgaben

- Mitwirkung bei der Ausarbeitung von pädagogischen und didaktischen Konzepten
- Mitwirkung bei der Planung von Unterrichtseinheiten und Projekten
- Anfertigung von Entwicklungsberichten
- Mitwirkung an Dokumentationen




3.5 Personalbedarf

Neben Lehrerinnen und Lehrern sind an der Humboldt-Grundschule als Ganztagesschule noch weitere Personen notwendig:

- Erzieherinnen und Erzieher 
- Schulpsychologen 
- Sozialpädagogen
- Ergotherapeuten
- Logopäden
- Krankenschwester 
- Fachkräfte der Kooperationspartner
- Hausmeister nur für die Grundschule
- Sekretärin (Erhöhung der Sekretariatsstunden)


4. Funktionbereiche


4.1.Verpflegungsbereich

Einen hohen Stellenwert in einer gebundenen Ganztagesschule nimmt das Mittagsband mit der Verpflegung ein. Hierbei müssen die ethnischen und religiösen Aspekte bei der Auswahl der Mahlzeiten Berücksichtigung finden. Das Essen muss den ernährungspädagogischen und gesundheitspädagogischen Auftrag der Schule unterstützen.
Für die Grundschule ist eine Verpflegung in Stil einer Kantine nicht denkbar. Angestrebt wird ein Essen an Gruppentischen mit Ausgabe der Speisen im „Jugendherbergsstil“ (Mahlzeiten stehen auf dem Tisch).
Der Essensbereich der Grundschule muss räumlich von der Hauptschule und Realschule abtrennbar sein.


4.2. Bewegungs- und Spielbereich

Dem Bewegungsdrang von Kindern und Jugendlichen muss in einem Ganztagesbetrieb besonders Rechnung getragen werden. Ausreichend Bewegungsmöglichkeiten beugen negativem Verhalten, wie Aggressionen und Zerstörungen vor.
Notwendig sind hierfür Räumlichkeiten für Tischtennis, Tischfußball, Airhockey und ähnliche Bewegungsspiele. 
Auch an Möglichkeiten zum Toben und Klettern (Klettergarten) muss gedacht werden. 
Nicht nur innerhalb des Schulhauses müssen die Kinder Möglichkeiten für Aktivitäten finden. Hüpfspiele, Möglichkeiten zum Rad fahren und verschiedene Spielgeräte sind angedachte Aktivitäten. Einen Raum für die Ausgabe und Lagerung von Pausenhofspielen und Außentoiletten sind notwendig.
Ein Teil des Außenbereichs muss überdacht sein, damit sich die Schüler auch bei schlechtem Wetter im Freien bewegen können.



4.3. Rückzugs- und Ruhebereich

Im langen und oftmals turbulenten Schulalltag einer Ganztagsschule gewinnt das Bedürfnis nach Ruhe und Selbstbesinnung besonderes Gewicht. 
Neben verschiedenen, abgegrenzten Sitzecken stellt auch die Bibliothek einen Ruhebereich dar. 
Auch im Außenbereich müssen Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden (Sitzinseln, Bänke, Steine).
Für viele Schulanfänger ist ein ganzer Schultag kaum zu bewältigen. Räume, in denen sie sich ausruhen und eventuell auch schlafen können, kommen dem Bedürfnis nach Ruhe entgegen.
In „Leseoasen“ können Schüler ungestört abschalten und sich erholen.
Durch einen „Andachtsraum“, der sowohl für Religionsunterricht, Erholung und kleinere Feiern benutzt werden kann, wird eine besondere Atmosphäre geschaffen.


4.4. Medien- und Selbstlernbereich 

Die sich rasant erweiternde Medienerfahrung der Kinder und Jugendlichen erfordert die besondere Aufmerksamkeit der Schule. Sie muss einerseits als Ganztagesschule dem Freizeitbedürfnis nach Mediennutzung in pädagogisch verantwortlicher Weise Rechnung tragen, andererseits muss sie, geleitet von einem schulweiten Medienkonzept, ihre Schülerinnen zu einem verantwortlichen Umgang mit allen Medien erziehen. 
Dazu gehört auch die besondere Erfahrung des Lesens. 
Der Computerraum ermöglicht den Zugang zu Online-Informationen und Unterhaltungsangeboten (Online-Spiele, Infotainment). 
Angebote und Räume zur Mediennutzung (Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs und Computer) hält darüber hinaus die Bibliothek mit entsprechenden Leseecken bereit.



4.5. Gebundener Freizeitbereich und außerunterrichtliche Angebote

- Kooperation mit dem Jugendhaus – ASP Erlenhof
- Mitwirkung von Sportvereinen 
- Zusätzliche Zeiten im Schwimmbad
- feste Eislaufzeiten (auch am Nachmittag) in der Eislaufhalle Herzogenried, 
- Kostenlose Nutzung der Mannheimer Parkanlagen (wenig Freiraum an der Schule) 
- Zusammenarbeit mit der Jugendverkehrsschule


5. Raumnutzungsplan

In einer Ganztagesschule werden „Räume für den ganzen Tag“ benötigt. „Räume“ sind nicht nur Klassenräume, sondern als Orte für Lebensbereiche zu verstehen. Die Räume und ihre Ausstattung, in denen Zusammenleben und Zusammenlernen der Ganztagesschule stattfinden, müssen so gestaltet sein, dass sie für Kinder und Erwachsene eine förderliche Umgebung darstellen. Kognitives und soziales Lernen, Arbeit und Pause, Begegnung und Rückzug, Ruhe und Spiel müssen gleichermaßen stattfinden können. Daraus ergibt sich ein hoher Bedarf sowohl von der Anzahl der Räume als von der Unterschiedlichkeit ihrer Ausstattung her. Die Umsetzung des gesamten Ganztagesbetriebes ist eng an das Vorhandensein und die bedarfsorientierte Ausstattung der Räume geknüpft. 

Die Humboldt-Grundschule braucht daher folgende Räumlichkeiten:

- Klassenzimmer für jede Klasse (derzeit 16)
- Lehrerzimmer (derzeit 23 Lehrer und Referendare, schon lange zu klein)
- Schulleitungszimmer (bisher ein Raum ohne Besprechungsmöglichkeiten)
- Sekretariat 
- Hausmeisterzimmer
- Mensa mit der Infrastruktur für die Verpflegung (altersgerecht)
- Computerraum 
- Bibliothek mit Computer (siehe 4.4.)
- Aula
- Ruheräume (siehe 4.3.)
- Räume für pädagogische Mitarbeiter
- Materialräume für BK / TW , Musik, Lehrmittel, Lehrer- und Schulbücher usw.
- BK / TW - Räume
- Räume für Förderung (siehe 3.2.3.)
- Lehrerarbeitszimmer mit Lehrerbücherei und Arbeitsmaterial +Teeküche
- Kursräume (Projektarbeit, Differenzierung, Teilungen)
- Räume für Gespräche (Eltern, Kooperationpartnern, UB-Besprechungen, Praktikantinnen)
- Kopierraum
- Lehrküche
- Räume für sozialpädagogische Maßnahmen (siehe 3.2.2.)
- Grundschulgerechter Außenbereich


6. Schlussbemerkung

Die im Vorfeld genannten Bausteine des vorgelegten Konzepts zum Ganztagesbetrieb können nur umgesetzt werden, wenn 
- die formulierten Raumanforderungen (innen und außen) erfüllt werden.
- aufgrund der nicht ausreichenden Klassenraumgröße die durchschnittliche Klassengröße von 20 Schülerinnen und Schülern nicht überschritten wird.
- alle Baumaßnahmen abgeschlossen sind. 

Die Aufnahme des Ganztagesschulbetriebes findet nicht in einem Provisorium statt.

Das hier vorgelegte pädagogische Konzept versteht sich als vorläufig und unabgeschlossen in dreierlei Hinsicht:

1. Das Konzept ist unter enormem Zeitdruck entstanden.
2. Die Raumzusagen der Stadt Mannheim für Innen- und Außenflächen liegen noch 
nicht vor.
3. Das Konzept muss als ein Zwischenstand einer dynamischen Entwicklung gesehen werden.

Alle unsere bisherigen Maßnahmen als Antwort auf die schulische Situation der Humboldt-Grundschule haben zwar Wirkung gezeigt, aber durch die Einrichtung einer Ganztagesschule kann auf schulische und individuelle Schwierigkeiten besser eingegangen werden.


Humboldt-Grundschule

Informationen

Förderverein

Wissen, Spiel & Spaß